Samstag, 23. August 2008

Goethe-Gedenkmünzen aus Deutschland

Johann Wolfgang von Goethe war ein bedeutender Naturwissenschaftler (z.B. entdeckte er den Zwischenkieferknochen des Menschen) und ein erfolgreicher Politiker (Finanzminister beim Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach). Weltweiten Ruhm erlangte er aber als Dichter, ganz besonders durch sein Hauptwerk, die Tragödie des "Faust". So ist es nicht verwunderlich, daß dieses berühmte Multitalent auch durch die Ausgabe zahlreicher deutscher Gedenkmünzen geehrt wurde. Informieren Sie sich hier über die Goethe-Gedenkmünzen aus Deutschland.

Mittwoch, 6. August 2008

10-Euro-Gedenkmünzen

Seit dem Jahre 1952 betreibt die Bundesrepublik Deutschland ein ambitioniertes Gedenkmünzenprogramm, welches im Laufe der Jahrzehnte immer umfangreicher wurde. Während dieser Zeit unterlag die Prägung der Gedenkmünzen einer Vielzahl von Veränderungen. Eine weitere Veränderung steht möglicherweise unmittelbar bevor.

Zur Zeit werden die 10-Euro-Gedenkmünzen aus Sterlingsilber (925/1000) geprägt. Allerdings ist der Silberpreis in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen und entsprechend der aus der Gedenkmünzenprägung erzielte Münzgewinn immer geringer geworden. Sollte der Preis für das Edelmetall Silber noch weiter in die Höhe klettern, wäre die Wirtschaftlichkeit der Ausprägung der Gedenkmünzen in Sterlingsilber für die Bundesbank nicht mehr gegeben. Um das Münzprogramm im bisherigen Umfang weiterzuführen, müssen also schon lange bevor der Wert des Silberanteils dieser Gedenkmünzen den Nennwert erreicht weitreichende Entscheidungen getroffen werden. Vermutlich wird es zunächst zu einer Änderung der Legierungszusammensetzung von 925/1000 auf 625/1000 kommen. Rein optisch gäbe es praktisch keinen Unterschied - und es wären immer noch Silbermünzen.
Als weiterer Schritt kommt eine Ausprägung in unedlem Material in Frage. Dies wäre in der Geschichte der bundesdeutschen Gedenkmünzen kein einmaliger Vorgang, denn genau so wurde eine vergleichbare Situation im Jahre 1979 gehandhabt - allerdings ohne vorherige langfristige Planung, wie die Geschichte der Gedenkmünze zum 100. Geburtstag von Otto Hahn zeigt. Es kann gut möglich sein, daß auch dieses Mal wieder Magnimat® zur Anwendung kommen würde.

Relativ unwahrscheinlich ist, daß die 10-Euro-Gedenkmünzen zwar aus der gleichen Legierung wie bisher weitergeprägt werden, aber nur noch mit Aufschlag erhältlich sind. Dies wäre ein sehr radikaler Traditionsbruch, obwohl diese Vorgehensweise bei den 100-Euro-Gedenkmünzen in Gold angewandt wird. Aber jene Münzen besitzen nicht den historischen Hintergrund der Silberzehner und sind daher kein echter Maßstab. Ebenfalls fast ausgeschlossen ist die Möglichkeit der Erhöhung des Nennwertes der Silber-Gedenkmünzen auf z.B. 20 Euro. Eine 20-Euro-Gedenkmünze aus der Bundesrepublik Deutschland würde den Menschen suggerieren, daß der Euro nur noch die Hälfte wert sein. Schon allein aus diesem Grund stellt diese Variante keine ernsthafte Option dar.

Als einzig sinnvolle Perspektive für die mittlere Zukunft bleibt nur die Münzprägung aus unedlem Metall. Es steht den deutschen Münzsammlern über kurz oder lang eine zweite Ära von Gedenkmünzen aus (vermutlich) Magnimat® bevor - so wie von 1980 bis 1986.

Sonntag, 13. Juli 2008

Wie entsteht Geld?

Der Vorgang der Geldentstehung ist vielen Menschen gar nicht bekannt, obwohl jeder schon einmal mit Geld in Berührung gekommen ist. Aus diesem Grund erscheint es für alle Interessierten sinnvoll, den leicht verständlichen Text von R. Brichta zu lesen, welcher die Schaffung von Geld sehr gut erklärt. Eine Warnung muss aber vorher beachtet werden: Falls das Thema für Sie neu ist und Sie weiterhin unserem Finanzsystem vertrauen möchten (= gut schlafen möchten), sollten Sie vom Lesen dieses Artikels Abstand nehmen.

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Mittwoch, 21. Mai 2008

Peak Oil

Peak Oil - das weltweite Fördermaximum von Erdöl, liegt bereits hinter uns, und zwar im Jahr 2006 - vermeldet heute n-tv auf seiner Webseite ganz beiläufig.
In Zukunft wird die Ölförderung bei steigendem Bedarf also immer weiter zurückgehen. Nicht zuletzt deshalb wird der Benzinpreis weiter steigen, wie germanycash.de schon im Jahre 2004 in diesem Peak Oil Artikel richtig vorhersagte (auch wenn der "Peak" bereits damals als gerade erreicht vermutet wurde).


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Wo steht der Präsident?

Selten gab es in der Mainstream-Presse so offene Worte:

Zitat Spiegel Online:
"Der Bundespräsident ist ein Mann, der gern sagt, was gern gehört wird - von den Bürgern, nicht von den Politikern."

weiteres Zitat Spiegel Online:
"Wo steht der Präsident? Auf Seiten der Politik oder auf Seiten der Bürger? ... Es sieht so aus, als habe sich Horst Köhler falsch entschieden."

Fazit:
Es gibt also zwei Seiten - Die Politiker und die Bürger.

Und der Bundespräsident Horst Köhler steht auf der Seite der Bürger.

Deshalb steht er auf der falschen Seite.

Ein Dank dem Spiegel für diese deutlichen Worte!

Kampf gegen Rechts

Im Kampf gegen Rechts ist ein neuer Erfolg zu vermelden: Die erfolgreiche Verhinderung der Darstellung eines Hakenkreuzes auf einer Internetseite! Dieser Meilenstein stellt eine grandiose Ermutigung zum Weitermachen für alle dar, die den tagtäglichen unermüdlichen Kampf gegen Recht führen. Doch der Kampf gegen Rechts hat erst dann ein Ende, wenn kein einziges Hakenkreuz in keiner wie auch immer gearteten Publikation mehr zu sehen und auch das Wort "Hakenkreuz" selbst aus allen Texten verschwunden ist!

Details zum Erfolg hier.


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Freitag, 9. Mai 2008

Geldanlage, Edelmetall und historische Münzen

Wer vor der Entscheidung steht, einen Teil seines Geldes entweder in historischen Münzen oder in der zur Zeit populären Anlageklasse Edelmetall anzulegen, ist mit einer
Kombination aus beidem bestens bedient. Es gibt etliche geschichtsträchtige deutsche Münzen, die nur wenig über dem Edelmetall-Spotpreis zu haben sind. Mit einer solchen Münze haben Sie einerseits ein Stück deutscher Geschichte in der Hand und verbinden dies andererseits gleichzeitig mit der Sicherheit einer Edelmetallanlage. Zusätzlich haben Sie außerdem die Chance, von einem möglicherweise steigendem numismatischen Wert ihres historischen Geldstückes zu profitieren.
Weitere Infos hier.


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Sonntag, 20. April 2008

Euro-Falschgeld

Wenn Ereignisse eintreten, die niemand ernsthaft erwartet, wird man von diesen, wenn sie dann doch geschehen, mangels Vorbereitung und Vorsorge unverhofft und überraschend getroffen.
So stellt sich die Situation auch bei der Euro-Falschmünzerei dar. Der Erfolg falscher Euro-Münzen liegt nicht zuletzt in der Tatsache begründet, daß niemand damit rechnet, an der Kasse als Wechselgeld ein falsches 50-Cent-Stück überreicht zu bekommen. Und doch sind falsche Münzen mit genau diesem Nennwert im Euroraum im Umlauf - sehr wenige zwar, wie auch falsche Euro- und 2-Euro-Stücke nur selten auftreten - aber dennoch ärgerlich.

Erstaunlich ist hierbei ohnehin, daß sich der Aufwand zur Herstellung dieser Fälschungen überhaupt lohnt.
Mehr Infos

Mittwoch, 26. März 2008

Revolution durch Inflation?

Alles wird teurer. Das hat inzwischen auch der Letzte bemerkt. Es ist gewissermaßen eine Binsenweisheit.

Pardon! Natürlich ist die Inflation (btw: gemeint ist in diesem Fall eigentlich die "Teuerung") nur gefühlt. Hochgebildete und ehrbare Menschen bemühen sich rund um die Uhr, den Warenkorb so zu gestalten, daß die Statistik eine offizielle Inflationsrate von zwei Prozent nicht deutlich übersteigt. Und tatsächlich - Handies und Computer sind in den letzten Jahren auch ohne statistische Verrenkungen preiswerter geworden. Gut für alle, die nur diese Technikartikel kaufen.

Alle anderen müssen in den teuren Apfel beißen und die Preise zahlen, die verlangt werden - und das gilt weltweit. In den Y!-Nachrichten habe ich heute einen Artikel gelesen, in dem berichtet wird, daß die ärmeren Bevölkerungsschichten in vielen Ländern der Welt bereits arge Probleme bekommen, sich ausreichend zu ernähren. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, könnte Hunger zu einer ernsten Bedrohung des inneren Friedens vieler Staaten werden.
«Es steht eine Revolution der Hungrigen bevor»

Montag, 17. März 2008

Silbergroschen

Umgangssprachlich ist die Bezeichnung "Groschen" in Deutschland bis heute populär, obwohl die letzten Münzen mit dieser Währungsbezeichnung im Jahre 1873 - also vor 135 Jahren - geprägt worden sind. Bei diesen "Silbergroschen" handelte es sich um Scheidemünzen, von denen 30 auf einen (preußischen) Taler gingen. Als Material für die Münzen verwendete man Billon, eine Kupfer-Silber-Legierung mit einem geringen Silber- und einem hohen Kupferanteil. In guter Erhaltung sind diese Geldstücke heute aber ein vielfaches des reinen Metallpreises wert und damit indirekt der Beweis dafür, daß auch "gutes" Kleingeld über die Jahrhunderte hinweg wertstabil sein kann.

Lesen Sie hier mehr Infos zum Silbergroschen.

Sonntag, 17. Februar 2008

Ein verlorener Goldschatz

Die Staatsverschuldung von Deutschland wächst von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr. Längst ist es dem deutschen Staat nicht mehr möglich, all diese Schulden mit werthaltigem Geld zurückzuzahlen. Der einzige Ausweg aus der Schuldenspirale wäre eine massive Entwertung des Euro und damit eine da-facto-Enteignung der Gläubiger.

Doch dieser Zustand war nicht immer so. Noch in der Zeit des letzten deutschen Kaiserreiches saß das Land auf einem riesigen Staatsschatz - einem Schatz aus vierzehn Millionen deutschen Goldmünzen. Dieser sogenannte Reichskriegsschatz enthielt im Jahre 1913 insgesamt 8,6 Tonnen Feingold und war das Ergebnis jahrzehntelanger harter Arbeit und eiserner finanzpolitischer Disziplin eines ganzen Volkes und seiner Regierung.

War der Erwerb dieses Reichsschatzes auch lang und mühselig, so erfolgte sein Verlust sehr schnell: Mit dem ersten Weltkrieg verlor das Deutsche Reich auch all sein Gold.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Nichts ist für die Ewigkeit

Nichts ist für die Ewigkeit - irgendwann kommt für jedes Ding die Zeit, den Weg alles Vergänglichen zu gehen. Doch manchmal bleibt die Erinnerung im Volksgedächtnis, selbst an solche Sachen oder Ereignisse, die der einzelne betroffene Mensch niemals persönlich in seinen Auswirkungen kennengelernt oder erlebt hat. Ein solches Phänomen ist z.B. beim Taler zu beobachten.
Für mehr als vier Jahrhunderte war diese Silbermünze die Hauptwährung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bzw. nach dessen Zusammenbruch das wichtigste Zahlungsmittel in sehr vielen deutschen Staaten. Besonders bemerkenswert ist dabei die Wertstabilität dieser Edelmetallmünze über all die Jahrhunderte hinweg.

Selbst als im Deutschen Kaiserreich längst die Mark den Taler abgelöst hatte, blieben die alten Talerstücke (zumindest die einfachen "Vereinstaler") noch lange Zeit parallel zur neuen Währung gültig. Als die beim Volk so überaus beliebten Talermünzen dann im Jahre 1907 doch aus dem Verkehr gezogen wurden, mußten diese durch ein wertgleiches 3-Mark-Stück ersetzt werden. Nach der Hyperinflation der 1920er Jahre versuchte man in der Weimarer Republik, durch die erneute Prägung eines 3-Mark-Stückes im Volk Vertrauen in die neue Währung "Reichsmark" aufzubauen. Zwar war der Nennwert noch der selbe, doch der Brückenschlag zurück in die "gute, alte Zeit" erfolgte nur halbherzig und darum wenig erfolgreich. Der Silbergehalt der Münzen hatte rapide abgenommen und lag bei nur noch knapp der Hälfte der einstigen Taler. In der Zeit des Dritten Reiches kam dann das endgültige Aus für diesen unterwertigen Nachfolger der Taler.

Mit dem Ende des Talers setzte der Siegeszug des Papiergeldes ein. Zwar wurde das Vertrauen in bunt bedrucktes Papier in der Inflationszeit schwer erschüttert, aber da unliebsame Ereignisse meist schnell verdrängt und vergessen werden, war diese Vertrauenskrise nur von relativ kurzer Dauer.
Bald war es völlig normal, mit Geld zu bezahlen, welches keinen Wert an sich hatte und von dem alljährlich immer mehr in Umlauf gebracht wurde, ohne daß diesem "Mehr" ein gleichwertiger Prozentsatz von zusätzlichem Warenangebot gegenüber stehen würde. Was blieb, war die verschwommene und bruchstückhafte Erinnerung an ein langfristig wertstabiles Geld.

Heute besteht unser Geld meist nicht einmal mehr aus Kupfermünzen oder wenigstens Papier, sondern in seiner großen Masse nur noch aus Bits und Bytes - also im Grunde aus "Nichts".
Und wenn Sie jetzt in Anbetracht der Artikelüberschrift meinen, dieses Nichts wäre nun aber wirklich für die Ewigkeit, so könnten Sie sich dabei sehr irren. Denn auch dieses Nichts wird nicht für die Ewigkeit sein.

Die Aussage "Nichts ist für die Ewigkeit" muß am Ende dieses Textes dennoch relativiert werden, denn es gibt durchaus etwas, was wirklich für die Ewigkeit ist. Dieses Etwas ist ein Material, aus dem Dinge gemacht wurden, die lange Zeit und letztendlich bis heute Bestand hatten - nicht nur in der Form, sondern auch im Wert.
Nehmen Sie einfach einen Taler in die Hand.

Sonntag, 3. Februar 2008

Deutschland - Ein angeschlagener Riese

Ein Sinnbild für fast alles, was allgemein an positiven Eigenschaften für Deutschland genannt werden kann, stellt seit uralten Zeiten die deutsche Eiche dar. Nach all den bitteren Jahren voll politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit während der Kriegs-, Nachkriegs- und Inflationszeit erschien ab dem Jahre 1927 eine Silbermünze mit einem Nennwert von 5 Reichsmark mit dem Bildnis eines solchen majestätischen Eichbaumes. Der Baum auf dieser Münze präsentierte ein Bild vom damaligen Deutschland, wie es präziser und hintergründiger kaum sein konnte. Deutschland war allen vergangenen Übeln zum Trotz noch immer stark - so wie der Eichbaum auf dem 5-Reichsmark-Stück. Doch das Land hatte gelitten. Der Krieg hatte nicht nur wirtschaftliches und finanzielles Chaos hinterlassen, sondern in seiner Folge mußten auch große Gebiete des Landes an die Siegerstaaten abgetreten werden. Für jeden ersichtlich hatte der Eichbaum auf der Münze mehrere verdorrte Äste, welche für die verlorenen Provinzen standen. Genau so stellte sich in den späten 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Situation für Deutschland dar - ein Riese noch immer, aber sichtbar angeschlagen.

Das Eichenmotiv sollte zu späterer Zeit noch eine Fortsetzung erfahren. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Rückseite der Pfennigmünzen der neuen Währung "Deutsche Mark" ebenfalls mit einem Eichen-Symbol versehen. Dort befanden sich an einem dünnen Ästchen insgesamt fünf Eichenblätter.
Jetzt wissen Sie auch - warum.

Mehr Infos zur 5-Reichsmark-Münze mit dem Eichbaum

Freitag, 25. Januar 2008

Armer Heinrich

In Zeiten wirtschaftlicher Krisen haben Politiker einen besonders undankbaren Job. Selbst wenn sie - für einen Politiker ;-) - gute Arbeit leisten, werden sie keine großen Sympathiewerte beim Volk verbuchen können. Als Heinrich Brüning im März des Jahres 1930 zum bereits 12. Reichskanzler der ohnehin krisengeschüttelten Weimarer Republik ernannt wurde, begann die mit dem New Yorker Börsencrash des Jahres 1929 eingeleitete Weltwirtschaftskrise massiv auf Deutschland überzugreifen. Nach dem verlorenen Krieg und dem Verlust großer Teile des Staatsgebietes, innenpolitisch von Straßenkämpfen politisch verfeindeter Lager geprägt, traf diese Krise die geschwächte deutsche Wirtschaft besonders stark.

Der vorwiegend mit Notverordnungen regierende Kanzler Brüning wollte die Deutschen mit Hilfe einer ungewöhnlichen Münze zur besonderen Sparsamkeit bewegen. In einer der insgesamt 62 Notverordnungen seiner zweijährigen Amtszeit verfügte Heinrich Brüning die Prägung einer 4-Pfennig-Münze. Diese Münze sollte u.a. Händler zu Preissenkungen bewegen.

Die Münze war noch nicht im Umlauf, da hatte sie vom Volk schon einige dutzend Spottnamen bekommen, welche sich alle mehr oder weniger auf die wirtschaftliche und soziale Notlage bezogen. Neben "Young-Pfennig" und "Tributgroschen" (Anspielung auf die Reparationszahlungen), Proleten-Dollar und Pleite-Groschen wurde das 4-Reichspfennig-Stück vor allem unter den Namen "Armer Heinrich" und "Brüning-Taler" bekannt. Der letztgenannte Name ist noch bis heute für diese Münze geläufig.

Die erhoffte Wirkung einer Preissenkung trat nicht ein. Das Volk lehnte den "Vierer" ab. Da halfen auch keine staatlichen Verordnungen, um die Münze künstlich in Umlauf zu bringen. Bereits nach etwas mehr als einem Jahr wurde das 4-Pfennig-Stück von den nun herrschenden Nationalsozialisten für ungültig erklärt.

Auch wenn diese Münze damals ihr Ziel verfehlte, sollte man die psychologische Wirkung kleiner Münznominale nicht unterschätzen. In einigen Ländern der Euro-Zone wurden bereits vor einigen Jahren die 1- und 2-Cent-Stücke abgeschafft, weil ihre Produktion unwirtschaftlich und der
Bedarf für den Zahlungsverkehr zu gering ist.

Mehr Infos zum Brüning-Taler bzw. Armer Heinrich

Freitag, 11. Januar 2008

Falscher Fuffziger

Schon mehr als nur ein Synonymwort für Falschgeld ist der Begriff "Falscher Fuffziger". Nach dem Ende der Hyperinflation im Deutschen Reich wurde mit der Einführung der Rentenmark im November 1923 eine vorübergehende Stabilisierung der Währungsverhältnisse erreicht. Das 50-Rentenpfennig-Stück erlangte dabei eine traurige Berühmtheit. Die aus billigster Aluminiumbronze geprägte Münze wurde derart massiv gefälscht, daß sich zahlreiche Händler weigerten, dieses Geldstück überhaupt zur Bezahlung anzunehmen. Aus zeitgenössischen Berichten geht hervor, daß bis zu 80 Prozent der im Umlauf befindlichen Exemplare dieser Münze "Falsche Fuffziger" gewesen sein sollen.

Das Ansehen des Kleingeldes, welches noch zur Kaiserzeit aus Edelmetall (Silber) bestanden hatte, war damit durch die Billiglegierung und die unzähligen Fälschungen endgültig ruiniert. Zwar gab es Überlegungen, auch im Kleingeldbereich wieder Silbermünzen einzuführen, aber diese Pläne konnten nie verwirklicht werden. Zumindest die unbeliebte 50-Pfennig-Münze wurde recht bald aus dem Verkehr genommen und durch eine andere - ebenfalls aus unedlem Metall - ersetzt.
Ein Kleingeldstück aus Edelmetall hat es aber seit 1919 (eine halbe Mark aus Silber) in Deutschland nie wieder gegeben.

Heute haben wir uns alle derart an Münzen aus unedlem Metall gewöhnt, daß uns der Gedanke an die Einführung von Münzen aus Edelmetall mit Befremden erfüllen würde. Es gibt schließlich auch keinerlei Grund, auch nur einen leisesten Zweifel an der langfristigen Wertstabilität unseres Geldes zu hegen - oder???
:-/

Hier finden Sie weitere Infos zum 50-Rentenpfennig-Stück.

Freitag, 4. Januar 2008

500 Mark

500 Mark waren viel Geld, ja eigentlich schon ein kleines Vermögen - im Deutschen Kaiserreich. Um diese Summe in Goldmünzen darzustellen, waren 25 goldene 20-Mark-Stücke mit jeweils 7,168 Gramm Feingold notwendig. 500 Mark entsprachen somit 179,2 Gramm Gold.

Wenige Jahre später - im Sommer des Jahres 1923 - passten 500 Mark schon auf eine einzige Münze. Und diese war nicht aus Gold, sondern aus Aluminium. Sie war mit 1,667 Gramm außerdem besonders leichtgewichtig. Dennoch brachten die Münzprägestätten diese Münze kaum in den Umlauf, sondern gaben sie an Altmetallhändler ab. Schließlich lag ihr Materialwert deutlich über dem Nennwert!

An diesem anschaulichen Beispiel kann jeder gut erkennen, daß es nicht allein auf die Zahlen auf dem Geldstück oder auf dem Konto ankommt, sondern auch auf die dahinterstehende Kaufkraft.
Mehr Infos zum 500-Mark-Stück


P.S.: Zum Jahreswechsel meldeten die Nachrichtenagenturen, daß jeder Deutsche im Durchschnitt ein Geldvermögen von 57.900 Euro besitzt - mit steigender Tendenz.
Denken Sie mal drüber nach.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Radio Eriwan antwortet wieder

Ein neues Jahr steht vor der Tür und mit ihm zahlreiche Veränderungen. Um die bösen Terroristen noch besser und erfolgreicher als bisher bekämpfen zu können, werden ab 2008 Telefon- und Internetdaten länger und vollständiger aufbewahrt. Die bisher eher unsystematische Speicherung von Verbindungsdaten wird jetzt per Gesetz geregelt und perfektioniert. Es ergeben sich somit ganz neue und legale Möglichkeiten der Kommunikationsüberwachung.

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, ob sie kritische Bemerkungen zu bestimmten Themen überhaupt noch in der Öffentlichkeit äußern sollten?
- Im Prinzip ist dies auch in Zukunft noch möglich, aber

es lebt sich doch besser in den eigenen vier Wänden.

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Sich regen bringt Segen

Die Gründung der Weimarer Republik stand unter keinem guten Stern. Das Land war innerlich zerrissen - der Weltkrieg war verloren, die Wirtschaft lag darnieder und große Teile des Staatsgebietes mussten an Nachbarländer abgetreten werden.

Dieser allgemeine Niedergang spiegelte sich auch in der Landeswährung wider, welche immer mehr an Wert verlor. All das konnte nicht ohne Auswirkungen auf die neuen Münzen der Republik bleiben. Die erste Münze, die von der Weimarer Republik herausgegeben wurde, war ein 50-Pfennig-Stück. Es bestand aus billigem Aluminium und konnte in seiner grobschlächtigen Ausführung auch optisch nicht mit den filigranen Kunstwerken der Kaiserzeit mithalten.

In Ermangelung eines Symbols für die neu geschaffene Republik prangte auf der Rückseite der Spruch "Sich regen bringt Segen".
Die Demagogie dieser Aussage konnte auch von den besten Meistern ihres Faches in späteren Jahren und in durchaus üblen Gesellschaftssystemen nie wieder überboten werden, obwohl sie sich mit Formulierungen wie "Arbeit macht frei" oder "Alles für das Volk" redliche Mühe gaben.

Wer die Vergangenheit kennt, kann versuchen, aus ihr zu lernen. Betrachten Sie den Zustand der heute dominierenden Währungen und ziehen Sie ihre Rückschlüsse daraus.
Und besorgen Sie sich ein 50-Pfennig-Stück aus Aluminium aus der Zeit der Weimarer Rebublik - als Mahnung und Warnung.

Samstag, 29. Dezember 2007

Erinnerungen an die 90er Jahre

Eigentlich kein Thema für germanycash, aber diese Nachricht hat mich doch bewegt, denn sie weckt Erinnerungen an meine Anfangszeit im Web - n-tv.de meldete heute: Netscape Navigator stirbt

Natürlich wird diese Nachricht niemanden wirklich überraschen, vor allem wenn man sich den Weg von AOL in den letzten Jahren ansieht :-(

Alu-Chips

Ehemalige Bürger der DDR kennen sie mit Sicherheit noch, aber auch die meisten Deutschen aus den westlichen Bundesländern haben sie schon einmal gesehen oder auf jeden Fall von ihnen gehört: Die Aluminiummünzen der DDR. Das leichte Gewicht stand für viele, die diese auch abfällig "Alu-Chips" genannten Münzen in den Händen hielten, symbolhaft für den geringen Wert der DDR-Mark.

Doch Aluminiummünzen gab es nicht nur in der DDR, sondern schon bereits zur Regierungszeit des letzten deutschen Kaisers. Im ersten Weltkrieg wurde eine Aluminium-Ersatzmünze mit dem Nennwert "1 Pfennig" herausgegeben.
Die Prägung dieser Münze wurde aber schon im Jahre 1918 wieder eingestellt, da die beginnende Geldentwertung diese kleine Stückelung überflüssig machte.

mehr Infos zum Aluminiumpfennig aus dem Kaiserreich

Freitag, 28. Dezember 2007

Wird alles teurer?

Ein Rückblick auf das Jahr 2007:
Der Aufschwung ist da (haben Sie ihn bemerkt???), (fast) alles wird teurer, aber die Inflationsrate bleibt unten :~/

Ein bekanntes Versicherungsunternehmen hat die Entwicklung der Preise von verschiedenen oft gekauften Produkten des täglichen Lebens im Zeitraum von 1997 bis 2007 beobachtet. Seine persönliche "gefühlte" Inflation kann jeder mit diesen Preisbeobachtungen vergleichen:
Quiz: Ist wirklich alles viel teurer geworden?

Kleiner Tipp: Der Diesel-Preis ist in 10 Jahren um 91,1% gestiegen. :-(((

A Propos Aufschwung: Wirtschaftsminister Glos kritisierte die Einstellung vieler Bürger zur wirtschaftlichen Entwicklung: «Den Wirtschaftsaufschwung und seine Wirkung auf den Arbeitsmarkt und die soziale Sicherheit nehmen viele als selbstverständlich hin», sagte er. «Es gibt keine Dankbarkeit für die erreichten Erfolge.» :-@

Und so sehen viele Menschen die Zukunft: Umfrage bei n-tv.de
Interessant ist dabei die Fragestellung: "Haben Sie Angst vor einem neuen Inflationsschub?"
Hieß es nicht, das Schlimmste sei überstanden und die Inflation würde im Jahr 2008 nachlassen? Woher dann die Angst vor einem neuen Inflationsschub???

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Notgeld

Man mag es kaum glauben, aber in Zeiten der Hyperinflation ist das Geld knapp! So geschehen auch in Deutschland in den 1920er Jahren. Aus diesem Grund wurde massenhaft Ersatzgeld (umgangssprachlich auch "Notgeld") hergestellt - zum einen als landesweit gültige Münze aus unedlem Metall (Eisen, Zink), andererseits auch als kommunales Papiergeld (selten auch Münzen) mit regional begrenzter Gültigkeit. All das reichte kaum, um den enormen Kleingeldbedarf in einem hyperinflationären Umfeld in Deutschland zu decken.

Die erste dieser im gesamten Deutschen Reich gültigen Ersatzmünzen war das eiserne 5-Pfennig-Stück (J 297), welches bereits ab 1915 geprägt wurde.

BTW: Auch in unseren Tagen steigen die Preise spürbar an. Ist bei Ihnen das Geld schon knapp?

zur Sache

Im germanycash-weblog erhalten Sie Infos und Neuigkeiten rund um die Webseite germanycash.de.

Ihr Kontakt zu germanycash.de:
Frank Mikolajczyk, Bogenweg 1, 38889 Blankenburg, Germany
E-Mail-Adresse: f r a n k (at) m i k o l a j c z y k . d e
FAX: (+49) 018 0355 1823 660